Muster der Menschheit – Inspirationen zur Mathematik und zum Rechnen

Juni 20, 2016

Unglaubliche Zahlen

Unglaubliche Zahlen von Ian Stewart
Erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Monika Niehaus und Bernd Schuh
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In der Mathematik geht es um Formen, Muster, Wahrscheinlichkeiten, aber auch um Zahlen. Ian Stewart widmet den Zahlen nun ein ganzes Buch. Für ihn ist jede Zahl etwas Besonderes und jede Zahl hat ihre eigene Geschichte zu erzählen.
Wenn Ian Stewart in seiner Einführung anmerkt, dass Zahlen einen Wow-Faktor haben, dann kündigt er damit den Inhalt des Buches treffend an. Wie oft in seinen Büchern legt er zunächst einen Grundlagenteppich aus, über den die Leserinnen und Leser zu den komplizierteren und unbekannteren mathematischen Regionen vordringen können. In diesem Buch startet er mit den beiden Fragen: Wie sind Zahlen entstanden? Was sind Zahlen eigentlich?
Das Buch enthält spannende, aber keine einfachen Geschichten. Manche Stellen im Buch lassen sich erstmal überblättern, wenn es mathematisch zu anspruchsvoll wird. Aber der Reiz verstehen zu wollen, wird durch die Lektüre immer wieder geweckt. Der Autor verfolgt begeistert seine populärwissenschaftliche Ziele, steigt aber immer wieder tief in die Mathematik ein. Fermats kleiner Satz, Fermats letzter Satz, die klassische RSA-Verschlüsselung, verschiedene Zahlensysteme, die Geschichte der Einführung der Null. Fast alle mathematischen Gebiete werden in diesem umfangreichen Taschenbuch angeschnitten.

Erzählt und hergeleitet wird in Form von mathematischen Anedokten und Geschichten. Der Weg führt oft von der Historie zur Neuzeit, z.B. wenn dargelegt wird, wie aus der Entdeckung einer mathematischen Kuriosität – dem Binärsystem – Jahrhunderte später die Grundlage für die digitale Computertechnik entwickelt wurde.

Für mathematisch interessierte und vorgebildete Leserinnen und Leser ist es ein spannendes und abwechselungsreiches Buch mit hohem Unterhaltungswert auf anspruchsvollem Niveau.

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Oktober 30, 2010

Neue Technologie zur Keilschrifterkennung

Filed under: Kunterbuntes,Mathematik,Schreiben — by mathebuch @ 1:47 pm

Eine neue Technologie zur Keilschrifterkennung hat der Heidelberger Informatiker Hubert Mara entwickelt. Das Verfahren basiert auf 3D-Scans der Oberflächen von archäologischen Fundstücken, die mit mathematischen Methoden automatisiert analysiert werden können. Vorgestellt wurde sie in einer Forschungsveröffentlichung, die auf einem internationalen Symposium in Paris als „Best Paper“ im Bereich Computergrafik ausgezeichnet wurde. Hubert Mara ist Doktorand in der Arbeitsgruppe „Visualisierung und Numerische Geometrie“ am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg.

Die Oberflächen von Fundstücken ließen sich bisher bereits mit hochauflösenden Streifenlicht-Scannern dreidimensional abbilden. Bei dieser Methode mussten die im Computerscan erkennbaren Schriftzeichen allerdings manuell durch Abschreiben weiterverarbeitet werden. Mit dem von Hubert Mara entwickelten Verfahren wird das Computerbild mit Methoden der algorithmischen Geometrie detailliert analysiert, um die Einkerbungen der Keilschrift zu ermitteln.

Die neue Methode wird die Arbeit von Assyriologen, die oft mit großen Mengen von Keilschrift-Dokumenten konfrontiert sind, wesentlich erleichtern. Nach Angaben von Hubert Mara erhöht das von ihm entwickelte Verfahren die Bilderkennung um etwa 25 Prozent gegenüber herkömmlichen Technologien. So lassen sich auch Fundstücke, die bereits in Museen archiviert sind, noch detaillierter analysieren. Dabei sind die Möglichkeiten nicht nur auf die Keilschrift beschränkt: Bei der Inschrift eines stark verwitterten jüdischen Grabsteins aus dem 12. Jahrhundert haben Mara und seine Kollegen die Mustererkennung bereits erfolgreich eingesetzt. Die Methode lässt sich zudem bei komplexen Darstellungen nutzen. So hat Hubert Mara etwa bei Reliefs im Stil von Angkor Wat aus der Tempelanlage Banteay Chhmar in Kambodscha künstlerische Details enthüllt, die dem bloßen Auge verborgen bleiben.

Der ausgezeichnete Aufsatz mit dem Titel „GigaMesh and Gilgamesh – 3D Multiscale Integral Invariant Cuneiform Character Extraction“ ist im Rahmen von Hubert Maras Dissertation zum Thema „Schriftzeichenextraktion mit neuer 3D-Technologie“ entstanden. Der Wissenschaftler wird seine Promotion voraussichtlich Anfang 2011 abschließen. Das „Best Paper“ hat er zusammen mit seinen Kollegen Dr. Susanne Krömker, Dr. Stefan Jakob und Dr. Bernd Breuckmann verfasst. Die Auszeichnung wurde Ende September im Rahmen der Tagung VAST 2010 zum Thema virtuelle Realität und Archäologie im Pariser Louvre verliehen.

Quelle Pressemitteilung

Dezember 5, 2009

Literaturtipp

55 555 Golfbälle

Eine wahre Sisyphusaufgabe steht auch im Zentrum von Jacques Roubauds 2003 erstmals auf Deutsch erschienenem Roman «Der verlorene letzte Ball». Der 1932 geborene Mathematikprofessor zählt zu den unter den Oulipoten öfter anzutreffenden literarisch-mathematischen Doppelbegabungen. Er bezeichnet sich selbst als «Mathematik- und Lyrikkomponisten», wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet (2008 mit dem Grand Prix de littérature de l’Académie française) und gilt als Experte auf dem Gebiet der Artus-Epik, des Sonetts und der japanischen Lyrik. Nicht zuletzt zählt er zu den Pionieren des Go-Spiels in Europa.

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April 5, 2009

Berlin ehrt Inger Christensen

Am 6. April 2009 findet in Berlin ein Gedenkabend für die am 2. Januar 2009 verstorbene Lyrikerin Inger Christensen statt

Jahrzehntelang galt die Mediatorin zwischen Poesie und Naturwissenschaft als heiße Kandidatin für den Literaturnobelpreis. Der große Durchbruch wiederum als Lyrikerin erfolgte schon mit dem 1969 erschienenen Gedichtzyklus „det“ („das“), welches durch seine schöpferisch, streng mathematische Logik besticht. Aber erstmals große Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum erlangte Christensen in den 1980er Jahren durch den in der Form der Fibonacci-Folge verfassten Gedichtzyklus „alfabet“ („alphabet“).

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Februar 11, 2009

Mathematische Lyrik

Filed under: Kunst,Links,Literatur,Schreiben — by mathebuch @ 5:07 pm
Tags: ,

Waren einst zwei Parallelen, die liebten sich gar sehr,

die Fortsetzung der mathematischen Lyrik findet sich bei den mathematischen Kleinigkeiten.

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